CSU-Antrag: Tarifsystem im AVV-Raum

Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, dass die Stadtwerke Augsburg als im Verbund vertretenes Verkehrsunternehmen auf Grundlage der sich aktuell ergebenden Zahlen, Daten und Fakten bis zum Sommer 2018 insbesondere folgende Punkte beleuchten, mit dem Verbund diskutieren und Lösungsvorschläge vorlegen mit dem Wissen, dass im AVV-Verbund ein Einstimmigkeitsprinzip gilt:

 

1. Kurzstreckenticket: Es ist zu untersuchen, ob eine Ausdehnung des Kurzstreckentickets über die Haltestellen 4+1 erweitert werden können. Insbesondere soll bei der Festlegung der Anzahl der Haltestellen die Entfernung zu den jeweiligen Stadtteilzentren und die Erreichbarkeit der Innenstadt innerhalb der Zone 1 beachtet werden.
 

2. Wiedereinführung einer Wochenkarte: Für viele Kunden stellt die Entscheidung zwischen Streifenkarte oder Abo eine Härte dar. Zur Abfederung dieser Härten ist die Wiedereinführung der Wochenkarte zu prüfen.
 

3. Zustempeln von 1 Streifen bei Abokunden: Abokunden einer Tarifzone werden derzeit deutlich benachteiligt bei dem Überfahren der Zonengrenze. So müssen diese Kunden – obwohl sie über ein Abo verfügen – trotzdem 2 Streifen abstempeln und werden wie ein Gelegenheitskunde behandelt. Aus Gerechtigkeitserwägungen ist hier eine Änderung herbeizuführen, dass lediglich 1 Streifen abgestempelt werden muss.
 

4. Die Stadtwerke werden weiterhin beauftragt Vorschläge zu erarbeiten, die auch unabhängig von den anderen Verkehrsunternehmen im AVV in eigener Gestaltung umgesetzt werden können. 

 

Begründung:
 

Seit dem 1. Januar 2018 gilt für den AVV-Verbundraum ein neues Tarifsystem. Dabei wurden die von den Gremien, aber auch von den Verkehrsunternehmen gesetzten Ziele umgesetzt. So wurden für ÖPNV-Kunden attraktive Abo-Angebote definiert und das System übersichtlicher gestaltet. Insbesondere die Erhöhung des Abo-Rabatts (das Abo soll sich nach 9, bzw. 10 Monaten lohnen, außerdem wurden einzelne Abos mit einer Reihe von Zusatzleistungen – Übertragbarkeit, Carsharing etc. – erweitert) und die Umsetzung eines familienfreundlichen Tickets (mit dem Tagesticket kann ein Erwachsener bis zu 4 Kinder mitnehmen, jeder weitere Erwachsene kostet lediglich 2 Euro) waren bei der Neugestaltung wichtige Parameter.
 

Bei der Umsetzung einer großen und grundständigen Reform bleibt es aber nicht aus, dass Zweifelsfälle erst in der tatsächlichen Umsetzung aufscheinen. Da dies aber vermutet wurde, haben die Gremien im Sommer 2017 bereits beschlossen, dass die Tarifreform einer Evaluierung unterzogen werden muss.
 

Aufgrund der ersten bekannten Zahlen zeigt sich nun, dass der Abschluss der Abonnements tatsächlich in den ersten Wochen deutlich nach oben gegangen ist und die Idee eines umweltverträglichen Anreizes als Alternative zum PKW von den Kunden angenommen wird. Trotzdem ist genauer zu beleuchten, wo Härten bestehen und wie hier nachgebessert werden kann und muss.

Unterzeichner:

Bernd Kränzle, MdL
Fraktionsvorsitzender

Marc Zander
Stadtrat

Hedwig Müller
Stadträtin

Günter Göttling

Stadtrat

Klaus-Dieter Huber
Stadtrat

Josef Hummel
Stadtrat

(Antrag als PDF)
 



Veröffentlicht
15:02:00 17.01.2018