Unesco Welterbe Titel: Ganzheitlichen Ansatz für Kultur, Tourismus, Messe- und Kongresswesen und wirtschaftliche Impulse wählen!

Es ist ein historisches Ereignis und für unsere Stadt, Chance und Herausforderung zugleich: Die UNESCO-Kommission hat am 08.07.2019 in Baku (Aserbaidschan) für eine Aufnahme der historischen Augsburger Wasserversorgung in die Liste der besonders erwähnens- und schützenswerten Denkmäler gestimmt. Zu dieser außerordentlichen Auszeichnung haben unzählige Menschen in Augsburg und außerhalb Augsburgs beigetragen. Die CSU-Fraktion dankt ausdrücklich allen Beteiligten, mögen sie ehrenamtlich, als Teil der Stadtverwaltung oder durch externe Zuarbeit den Erfolg mit erarbeitet haben.

Die CSU-Fraktion möchte außerdem der Augsburger Stadtbevölkerung und den Medien, die das komplexe Thema des Wassermanagements und der im Stadtbild weit auseinanderliegenden Denkmäler früh als stimmiges, einmaliges Alleinstellungsmerkmal begriffen und unterstützt haben, ihren Dank zum Ausdruck bringen. Nur so war es möglich, dass das Thema mit breiter Unterstützung der Stadtgesellschaft bis zur Entscheidung in Baku „getragen“ werden konnte.

Wir begrüßen, dass die Stadt zu Ehren dieses Ereignisses und als Geste des Dankes am 20. Juli ein „Wasserfest“ mit vielfältigen Aktionen und Ereignissen ausrichtet, das dem Anlass gebührend die gesamte Bevölkerung einbezieht und niederschwellige Angebote macht, die ausgezeichneten Denkmäler zu besuchen und das Thema „Wasser“ in seiner ganzen kulturellen Ausprägung zu erleben.

Herausforderung des Erhalts und der Pflege der 22 Welterbe-Denkmäler

Der Stadtverwaltung stehen nun große Herausforderungen und Aufgaben bevor. Diese möchte die CSU-Fraktion mit ihrer Arbeit gerne unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen, um das Gelingen mit breitem politischem Rückhalt zu geleiten und zu gewährleisten. Ein erster Antrag an die Verwaltung, der das Thema ganzheitlich erfasst und Impulse zum weiteren Vorgehen vorsieht, wurde bereits an den Oberbürgermeister gestellt.

„An erster Stelle steht nun der Erhalt und die Pflege der vom Welterbestatus umfassten Denkmäler sowie die Planung eines Besucherzentrums“, so Fraktionsvorsitzender Bernd Kränzle. „Diese Mammutaufgabe sollte mit Umsicht und inhaltlich werthaltig konzipiert und geplant werden“. Das Ergebnis werde schließlich das Bild Augsburgs auch bei den touristischen Besuchern aus der ganzen Welt für Generationen prägen.

Nachhaltiger Tourismus und Impulse für Wirtschaft und Messewesen

„Wir möchten“, so der Vorsitzende des Kulturausschusses Andreas Jäckel (MdL) zu den touristischen Auswirkungen weiter, „dass die Auszeichnung als Auftrag begriffen und die Stadt touristisch sattelfest gemacht wird“. Ganz besonders gelte dies für das Thema „nachhaltiger Tourismus“. Augsburg, das auch in anderen Bereichen seit über einem Jahrzehnt steigende Besucher- und Übernachtungszahlen vorweist, kann hier nach Ansicht der CSU-Fraktion frühzeitig die richtigen Weichen stellen.

Das Thema Trinkwasseraufbereitung stellt für die CSU-Fraktion noch viele weitere Chancen und Herausforderungen dar, die nun von der Stadtverwaltung und den zuständigen Kooperationspartnern in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angegangen werden sollten. „Das Know-How über das 800 Jahre alte Wassermanagement kann doch in Zeiten, in denen sauberes Trinkwasser eine der wertvollsten Resourcen der Welt darstellt, auch vermittelnd dort zur Verfügung gestellt werden, wo sauberes Trinkwasser knapp ist“, meint der Fraktionsvorsitzende Bernd Kränzle. Das Europabüro mit seiner Stelle für interkommunale Zusammenarbeit könne hier sicherlich wertvolle Impulse setzen.

Auch Potenziale in der wirtschaftlichen Entwicklung von Stadt und Region können in Zukunft durch wissenschaftliche Impulse angestoßen werden sollen. Zudem kann Augsburg im Messe- und Kongresswesen mit dem Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ punkten. Es bietet sich zum Beispiel an, dass die Stadt gemeinsam mit den Trägerstrukturen des Messe- und Kongresswesens Formate entwickelt, wie sich Augsburg als „Davos“ des Ressourcen-schonenden, fortschrittlichen Wassermanagements im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung positionieren kann.

Die CSU Fraktion im Augsburger Stadtrat ist der festen Überzeugung, dass die vielfältigen Ansätze, den Unesco-Titel mit Leben und stadtgesellschaftlicher Relevanz zu füllen, nur durch ganzheitliches Denken und Handeln gelingen. „Die anstehenden, auch finanziellen Aufwände für künftige Generationen werden nur dann zu rechtfertigen sein, wenn es gelingt den Titel zu einer im ideellen, kulturellen, aber auch wirtschaftlichen Sinne gewinnbringenden Marke zu entwickeln“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Leo Dietz.



Veröffentlicht
08:30:00 10.07.2019